Qualitätsmanagement im Kinderschutz

Ab dem 08.02. nimmt Frau Hesse teil an der Qualitätsentwicklungswerkstatt des Forschungs- und Qualitätsentwicklungsprojekt "Aus Fehlern lernen - Qualitätsmamagement im Kinderschutz".

Mitwirkende im Kinderschutzcluster sind die Städte Witten, Hattingen, Herdecke und Lünen.

Hierzu stand in den Ruhr Nachrichten am 10.02.2010, Bericht von Thomas Thiel:

Vereint gegen Missbrauch

Wie kann man den Schutz von Kindern in unserer Gesellschaft verbessern? Diese Frage beschäftigt seit Tagen viele Menschen, nachdem der Fall der sexuellen Misshandlung eines fünfjährigen Jungen in einem Dortmunder Jugendzentrum bekannt geworden ist.

Besonders groß war die Bestürzung im Jugendtreff "Famous“ an der Annenstraße. Zwei Tage lang diskutierten dort 45 Fachkräfte aus der Jugendarbeit und anderen Berufen, die täglich mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, darüber, wo die Schwächen der kommunalen Systeme zum Schutz des Kindeswohls liegen.

Das Treffen war Teil des bundesweiten Forschungsprojekts "Aus Fehlern lernen", an dem Witten als Modellkommune beteiligt ist. Der lang geplante Workshop wurde durch den aktuellen Skandal in Dortmund überschattet. Den Teilnehmern geht es vor allem um Prävention: "Wir müssen berufsübergreifende Netzwerke schaffen, um solche Extremfälle von vornherein zu verhindern", sagte Michael Lüning vom Wittener Amt für Jugendhilfe.

Genau das geschah in den vergangenen Tagen in Annen: Dort trafen sich Sozialarbeiter und Psychiater, Kindergärtnerinnen und Mediziner, öffentliche und private Träger von Jugendarbeit. "Es ist wichtig, alle an einen Tisch zu bekommen", erklärte Matthias Müller, Professor an der Uni Brandenburg, der das Modellprojekt in Witten moderiert. „Nur so kann man Kinderschutz in seiner Gesamtheit angehen." Falls sich ein Jugendlicher auffällig verhalte, habe man einen direkten Draht zum richtigen Ansprechpartner, so Lüning.

In Witten gibt es drei Jugendzentren und sechs kleinere "Cliquentreffs" für die Stadtteiljugend. Ganz ausschließen lässt sich ein Extremfall wie in Dortmund auch dort nicht, räumt Lüning ein: "Das widerspricht dem Konzept der offenen Tür, das unserer Jugendarbeit zugrunde liegt." Zwar sei in den Einrichtungen immer mindestens ein Betreuter vor Ort. "Doch die Jugendlichen brauchen Räume, in denen sie sich frei treffen können." Sozialpädagogin Mareike Patschke wehrt sich aber gegen Panikmache: "Natürlich kommt es in Jugendzentren immer mal zu Konflikten, doch die eskalieren so gut wie nie. So etwas wie in Dortmund ist absolut kein Alltag".